Die 9d wird lyrisch Reviewed by Momizat on . Im Rahmen einer Lyrik-Einheit wurde die 9d kreativ. In Standbildern wurden Rilkes Gedicht "Der Panther" und Goethes "Der Totentanz" ins 21. Jahrhundert geholt. Im Rahmen einer Lyrik-Einheit wurde die 9d kreativ. In Standbildern wurden Rilkes Gedicht "Der Panther" und Goethes "Der Totentanz" ins 21. Jahrhundert geholt. Rating: 0

Die 9d wird lyrisch

Im Rahmen einer Lyrik-Einheit wurde die 9d kreativ. In Standbildern wurden Rilkes Gedicht „Der Panther“ und Goethes „Der Totentanz“ ins 21. Jahrhundert geholt. Eichendorffs Gedicht „Sehnsucht“ wurde die dritte Strophe gestohlen und dafĂĽr eine neue geschenkt… (ki)

Rainer Maria Rilke

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf — Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

September 1903

Entnommen aus: http://gutenberg.spiegel.de/buch/rainer-maria-rilke-gedichte-831/43 am 27.02.2018/16:00

Johann Wolfgang von Goethe: Der Totentanz

Der TĂĽrmer, der schaut zu mitten der Nacht
Hinab auf die Gräber in Lage;
Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht:
Der Kirchhof, er liegt wie am Tage.
Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:
Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,
in weiĂźen und schleppenden Hemden.

Das reckt nun, es will sich ergötzen sogleich,
Die Knöchel zur Runde, zum Kranze,
So arm und so jung und so alt und so reich;
Doch hindern die Schleppen am Tanze.
Und weil nun die Scham hier nun nicht weiter gebeut,
Sie schĂĽtteln sich alle: da liegen zerstreut
Die Hemdlein ĂĽber den HĂĽgeln.

Nun hebt sich der Schenkel, nun wackelt das Bein,
Gebärden da gibt es, vertrackte;
Dann klippert’s und klappert’s mitunter hinein,
Als schlĂĽg‘ man die Hölzlein zum Takte.
Das kommt nun dem Türmer so lächerlich vor;
Da raunt ihm der Schalk, der Versucher, ins Ohr:
Geh! hole dir einen der Laken.

Getan wie gedacht! und er flĂĽchtet sich schnell
Nun hinter geheiligte TĂĽren.
Der Mond, und noch immer er scheinet so hell
Zum Tanz, den sie schauderlich fĂĽhren.
Doch endlich verlieret sich dieser und der,
Schleicht eins nach dem andern gekleidet einher,
Und husch! ist es unter dem Rasen.

Nur einer, der trippelt und stolpert zuletzt
Und tappet und grapst an den GrĂĽften;
Doch hat kein Geselle so schwer ihn verletzt,
Er wittert das Tuch in den LĂĽften.
Er rüttelt die Turmtür, sie schlägt ihn zurück,
Geziert und gesegnet, dem TĂĽrmer zum GlĂĽck:
Sie blinkt von metallenen Kreuzen.

Das Hemd muĂź er haben, da rastet er nicht,
Da gilt auch kein langes Besinnen,
Den gotischen Zierat ergreift nun der Wicht
Und klettert von Zinnen zu Zinnen.
Nun ist’s um den armen, den TĂĽrmer getan!
Es ruckt sich von Schnörkel zu Schnörkel hinan,
Langbeinigen Spinnen vergleichbar.

Der TĂĽrmer erbleichet, der TĂĽrmer erbebt,
Gern gäb‘ er ihn wieder, den Laken.
Da häkelt – jetzt hat er am längsten gelebt –
Den Zipfel ein eiserner Zacken.
Schon trĂĽbet der Mond sich verschwindenden Scheins,
Die Glocke, sie donnert ein mächtiges Eins,
Und unten zerschellt das Gerippe.

Entnommen aus: http://gutenberg.spiegel.de/buch/gedichte-9503/148 am 27.02.2018 um 16:02 Uhr

Joseph von Eichendorff: Sehnsucht

Es schienen so golden die Sterne,
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab‘ ich mir heimlich gedacht:
Ach wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!
Zwei junge Gesellen gingen
VorĂĽber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden FelsenschlĂĽften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den KlĂĽften
Sich stĂĽrzen in die Waldesnacht.
„Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die ĂĽber’m Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht,
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht. -„

Entnommen aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Sehnsucht_(Eichendorff) am 27.02.2018 um 16.06 Uhr.

oder:

Die Wanderung

Er stolziert nun durch die dĂĽstere Nacht,

hat Hut und Stock dabei,

weit entfernt, die Stadt, sie lacht.

Wandert ĂĽber Berge und um Seen, allerlei.

FĂĽhlt sich wie die zwei jungen Gesellen,

fröhlich singend wandert er weiter.

Umher fliegen zwei kleine Libellen.

Allein läuft er, schaut zu den Sternen hinauf, ist heiter.

(Jule, Sarah, Susan)

 

oder:

Die Waldesnacht 

Die Tiere legen sich zur Ruh

Nun hat die Nacht im Wald begonnen

Die Dunkelheit kommt jetzt im Nu

Die Tiere haben Schlaf gewonnen.

Das Mondlicht schimmert durch die Wolken

Es erleuchtet den Wald in der Nacht

Die Sterne am Himmel funkeln golden

Jetzt erkennt man seine ganze Pracht.

(Marvin)

 

oder:

Bis zum Morgengrau’n

Kein Vogel fliegt vorbei,

Kein LĂĽftchen weht

Mir ist es einerlei,

Ob die Nacht nun vorbei geht.

Nun graut auch schon der Morgen

Die Vögel bringen Leben ein

Vorbei sind meine Sorgen

Welch’ ein leichtes Sein!

(Amélie, Sina)

 

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