Reiseblog: Frankreichaustausch 2026 (Tag 7)

Reiseblog: Frankreichaustausch 2026

In unserem Reiseblog erzählen wir von unseren Erlebnissen beim Frankreichaustausch in Plouguenast in der Bretagne (Frankreich). Nachdem wir die Austauschgruppe im März bereits bei uns aufgenommen und eine tolle Woche mit vielen Ausflügen verbracht haben, können wir nun endlich unsere Gastfamilien und die Region kennenlernen.

 

 

Tag 1:

Endlich kam der Tag, wo wir nach Frankreich fuhren. Um 7:40 haben wir uns alle beim Bahnhof in Karlsruhe versammelt, wir waren alle schon sehr aufgeregt. Mit dem ICE fuhren wir zuerst nach Paris, während der Fahrt haben wir gemeinsam Spiele gespielt und geredet. In Paris mussten wir mit der Metro vom östlichen (Paris Est) zum westlichen Bahnhof (Paris Montparnasse) fahren. Das war ziemlich aufregend und durch die vielen Treppen mit unseren schweren Koffern auch sehr anstrengend. Am Bahnhof hatten wir auch kurz Freizeit und konnten uns etwas kaufen. Mit dem TGV fuhren wir dann weiter nach Saint Brieuc, wo wir dann noch mit dem Reisebus weiter zur Schule unser Austauschpartner fuhren, wo uns die Gastfamilien erwartet haben. Mit einem so herzlichen Empfang hatten wir gar nicht gerechnet: Unsere Austauschschüler/innen haben Plakate für uns gestaltet und zusammen mit ihren Eltern ein leckeres Willkommensbuffet vorbereitet.

Unsere Gastfamilien zeigten uns dann abends unser neues „Zuhause“. Viele konnten auch schon Erfahrungen mit den französischen Essgewohnheiten sammeln.
Nach der langen Reise waren wir natürlich alle ziemlich erschöpft, hatten aber noch einen angenehmen ersten Abend in der Familie.

Von Angelina und Victoria

Tag 2:

Am zweiten Tag konnten wir das Sprichwort, dass es man in der Bretagne an einem Tag alle 4 Jahreszeiten erleben kann, am eigenen Leib erfahren. Wir sind bei bewölktem Himmel nach Erquy gefahren, ein kleines Dorf am Meer. Dort fuhren wir, glücklicherweise bei starkem Wind, das sogenannte Char à Voile. Das ist ein besonderes französisches Strand-Kart, das mit einem Segel betrieben wird. Zusammen mit unserem Austauschpartner bauten wir zunächst das Segel auf. Nach anfänglichen Unsicherheiten war die Fahrt toll und manchmal auch sehr rasant.
Parallel dazu spielte die wartende Gruppe Fußball, Beachball oder das französische Spiel „Beret“, bei dem sich zwei Gruppen gegenüber standen und bei einer genannten Zahl so schnell wie möglich einen Ball in der Mitte holen mussten. Pünktlich zu unserem Picknick am Strand hat es dann zu tröpfeln angefangen. Aber wer hier vermutet, die geplante Wanderung musste ins „Wasser“ fallen, hat sich getäuscht.
Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir eine einstündige Wanderung auf einem Panoramaweg entlang der Küste machen. Dabei haben wir über das Meer, die Küstenlandschaft und Bauwerke wie einen alten Leuchtturm und die Burg „For la latte“ gestaunt.
Es war ein sehr ereignisreicher Tag und wir freuen uns auf den Rest der Deutsch-Französischen Austauschwoche.

 

Tag 3 (Donnerstag, 11. Juni):

Heute, ging es für uns 3 Schulstunden in die Schule der Franzosen. In kleinen Gruppen waren wir in unterschiedlichen Klassen (6.-9.) in verschiedenen Fächern wie Mathe, Englisch, Kunst, Histoire-Géo (hier wird Geschichte und Erdkunde in einem Fach unterrichtet), Spanisch und natürlich Französisch. Uns sind dabei viele Unterschiede aufgefallen. Deshalb war es für uns sehr interessant, diesen Teil des Alltags der Franzosen mitzuerleben. Außerdem kamen wir hier auch mit anderen französischen Schülerinnen und Schülern in Kontakt. Wir waren sehr leicht zu erkennen, weil das Collège St. Joseph mit 160 Schüler/innen so klein ist, dass sich jeder kennt. Aber auch unsere Austausch-T-Shirts, die wir für uns und die französische Gruppe gestaltet haben, haben dabei geholfen. Diese wollen wir am Freitag bei einem gemeinsamen Abend als Erinnerung von allen unterschreiben lassen.
Nach den drei Stunden gingen die Franzosen alleine wieder in ihren Unterricht und wir gingen in die mittelalterliche Stadt Dinan. Dort haben wir bei sonnigen Temperaturen ein Escape-Spiel gespielt, bei dem wir mit verschiedenen Challenges und Quizfragen die Stadt kennenlernen konnten. Als Preis für die beiden Gewinnerteams gab es „Galettes Bretonnes“, die typischen Kekse, für die die Region unter anderem bekannt ist.
Nach einer Shopping- und Eispause ging es für uns wieder zurück an die Schule, weil der Schultag unserer Austauschschüler zu Ende war. Für uns war es sehr ungewohnt zu sehen, wie lange ihre Schultage gehen (außer mittwochs bis 16:45!). Außerdem kennen wir es nicht, dass nicht jeder einfach nach Hause gehen kann, sondern alle im Schulhof warten müssen, bis der Bus kommt und der Surveillant das Tor öffnet. Das Schulgelände darf nämlich nie eigenständig betreten oder verlassen werden (wer z.B. morgens zu spät kommt, muss klingeln).
Dann ging jeder mit seinem Austauschpartner wieder nach Hause und der Abend wurde schön mit der Familie verbracht.

Von Franziska und Carlotta

 

Tag 4 (Freitag, 12. Juni):

Am vierten Tag ging es für uns nach Rennes – die Hauptstadt der Bretagne.
Am Vormittag kletterten wir im Hochseilgarten über waghalsige Hindernisse von Baum zu Baum. Dabei waren Geschicklichkeit, Mut und Teamgeist gefragt. Hier hatten wir, nach mehreren Übungspfaden in mittlerer Höhe, auch die Möglichkeit, die höheren Bereiche zu erklimmen und uns an einer Zipline über den See oder Basejumps zu versuchen. Alle hatten viel Spaß.
Danach ging es mit dem Bus weiter in die Stadt. Dort erkundeten wir in kleinen Gruppen die Umgebung oder nutzen die Zeit, um Souvenirs und Leckereien wie Crêpes zu kaufen oder für eine gemeinsame Shoppingtour.

Nach einem ereignisreichen Tag stand am Abend ein besonderer Programmpunkt auf dem Plan: Der angekündigte „Soirée surprise“ (Überraschungsabend) stellte sich als ein bretonischer Abend heraus. Jetzt verstanden wir auch, warum wir uns alle schwarz-weiß anziehen sollten (Die bretonische Flagge besteht aus diesen beiden Farben). Die abgelegene Hütte an einem See, wo das Fest stattfand, war passend dazu mit vielen Fähnchen und Luftballons geschmückt.
Die Gastfamilien hatten eine tolle Feier vorbereitet: Los ging es mit einem Apéro mit leckeren salzigen Snacks, Softgetränken und dem Nationalgetränk „Cidre“ für die Erwachsenen. Dann konnten wir verschiedene bretonische Spiele wie „Palets“ ausprobieren, tanzten mit einer Tanzgruppe aus Plouguenast bretonische Tänze im Kreis oder zu zweit zu fröhlicher Musik und lernten damit ein Stück bretonische Kultur kennen. Man hält sich hier an den kleinen Fingern fest und bewegt sich mit verschiedenen Schritten im Kreis und rollt die Arme ein und aus.
Ein besonderes Highlight waren dann die leckeren Galettes (salzige Crêpes aus Buchweizenmehl, gefüllt mit Schinken, Käse und Ei) und Crêpes als Dessert, die wir genießen konnten. Ein weiteres Highlight war die Rettungsaktion eines in den See gefallenen Schuhs: ein Gastvater fuhr extra nach Hause, um seine Angel zu holen, damit der verlorene Schuh gerettet werden konnte.
Dann tanzten viele nochmal in großen Gruppen zusammen.
In gemütlicher Atmosphäre ließen wir so die Woche ausklingen und sammelten viele schöne Erinnerungen.
Am Ende hatten wir dann Zeit, auf unseren gestalteten T-Shirts zu unterschreiben, damit wir uns später an alle erinnern können, die an unserem Austausch teilgenommen haben.
Es war schön, wie viel Mühe sich unsere Gastfamilien und die französischen Austauschlehrerinnen für uns gegeben haben. So ging ein abwechslungsreicher und fröhlicher vierter Tag zu Ende, sodass wir gut gelaunt in unser Wochenende in der Gastfamilie starteten.

Von Max und Jakob

 

 

Tag 5+6: Wochenende in der Gastfamilie

An unserem Wochenende haben wir individuelle Aktivitäten mit unseren Gastfamilien unternommen. Von Strandtag bis zu Shoppen in der Großstadt war alles dabei.
Am Samstag sind zum Beispiel einige Shoppen gegangen, während andere sogar einen typischen Kuhwettbewerb (einige der Gastfamilien betreiben Landwirtschaft) erleben konnten. Wieder andere waren am Strand oder auf kleinen Inseln wie der Île-aux-Moines oder Île de Bréhat. Abends fand in La Motte, in der Nähe von Plouguenast, ein Musikfestival statt, das einige von uns besuchten. Dort gab es eine Bühne mit Livebands und Stände mit Essen und Trinken. Später am Abend gab es ein großes Feuerwerk, das alle bewunderten. Nach dem Feuerwerk wurde die Liveband von einem Trio, das aus einem Saxofonisten, DJ und Schlagzeuger bestand, abgelöst. Somit ließ sich der Samstagabend erfolgreich ausklingen.
Sonntags ging es direkt weiter mit spannenden Aktivitäten, wie zum Beispiel einem Handballturnier oder Strandspaziergängen. Am Abend fand ein Spiel der Weltmeisterschaft mit Deutschland gegen Curaçao statt. Eine der Gastfamilien, die eine Bar in Plouguenast betreibt, hat uns netterweise alle zum gemeinsamen Publicviewing eingeladen, um die deutsche Mannschaft anzufeuern. Dazu gab es leckere Pommes und Döner auf einer bequemen Couch. Somit ging auch dieses Mal ein aktivitätenreiches Wochenende schnell vorbei.

Von Viona und Hannah

Tag 7 (15. Juni)

Der Ausflug zum Mont Saint-Michel war das Highlight unseres deutsch-französischen Austauschs. Er fand am letzten Tag statt. Mit dem Bus fuhren wir etwa 1 Stunde und 30 Minuten. Nachdem wir am Parkplatz angekommen waren, sind wir mit einem Shuttle-Bus weiter direkt zum Mont Saint Michel hingefahren: Le Mont-Saint-Michel ist eine ehemalige Abtei auf einer Insel mitten im Wattenmeer (bei Ebbe) mit nur 23 Einwohnern. Besonders beeindruckend ist hier, dass es hier die schnellsten Gezeiten Europas gibt. Man sagt, die Flut kommt so schnell, wie ein galoppierendes Pferd.
In der Stadt und am Klosterberg hatten wir ungefähr eine Stunde Zeit, um alles zu erkunden. Die Gebäude und der schöne Ausblick machten den Ort sehr beeindruckend. Wir konnten außerdem auch Souvenirs in den vielen Läden kaufen. Anschließend nahmen wir an einer Wattwanderung teil. Diese dauerte 3 Stunden und war etwa 7 Km lang und führte uns bis zur kleinen Insel Tombelaine. Manche haben eine Weile gebraucht, bis sie sich an das Gefühl, barfuß im Watt, gewöhnt hatten.
Während der Wanderung lernten wir zum Beispiel, wie Treibsand entsteht und wie man sich aus dem Watt befreien kann, falls man einsinkt. Außerdem durchquerten wir mehrere Flüsse, die durch die Ebbe entstehen. Einige Stellen waren besonders lustig, weil man dort sehr tief im Watt versank. Manche sahen auch fliegende Fische, die sich im warmen flachen Wasser besonders wohlfühlen. Eine Gruppe durfte mit ihrem „Guide“ direkt zum Fuß der Insel gehen, die man nur zu Fuß erreichen kann, und dort ein Picknick machen und die dort heimischen Vögel durch ein Fernglas zu beobachten. Der andere (etwas enttäuschte) Teil musste leider schon früher zurückgehen. Als wir wieder am Mont Saint Michel angekommen waren, zeigte uns der Guide, welcher Weg der sauberste war, damit wir mit einigermaßen sauberen Füßen wieder unsere Schuhe anziehen konnten.
Insgesamt war der Ausflug ein unvergessliches Erlebnis und ein gelungener Abschluss unseres deutsch-französischen Austauschs.

Von Tim und Selim

Fazit:

Unser Frankreich-Austausch ging am Ende viel schneller vorbei, als wir alle gedacht hatten. Als wir am Abreisetag unsere Koffer in den Bus geladen haben, wurden wir von unseren Austauschpartnern und ihren Familien richtig herzlich verabschiedet. Mit Umarmungen und lieben Worten hat man richtig gemerkt, wie sehr wir in dieser Woche zusammengewachsen sind. Bestimmt wird auch Kontakt gehalten.
Die Zeit in Frankreich war für uns alle etwas Besonderes. Wir haben nicht nur viel über die französische Kultur gelernt, sondern auch den Alltag unserer Austauschpartner erlebt – von der Schule bis zum Familienleben. Dazu kamen viele schöne Ausflüge, gemeinsame Abende und Momente, die man so schnell nicht vergisst. Wir haben viel gelacht, neue Freundschaften geschlossen und hatten einfach eine tolle Zeit in Frankreich.
Auch wenn der Abschied schneller kam als gedacht, sind wir mit vielen tollen Erinnerungen und einem richtig guten Gefühl zurück nach Deutschland gefahren. Für uns war der Austausch eine wertvolle Erfahrung, die uns noch lange begleiten wird.

Von Leni und Aya

 

 

 

 

 

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