5c auf großer Fahrt
Am Morgen des 13. Juli traf sich die 5c zusammen mit zwei Parallelklassen um 7.45 Uhr an der Bushaltestelle der Schule, um gemeinsam nach Tholey ins Landheim zu starten.
Wir waren zwar sehr aufgeregt, aber fühlten uns auch bereit, dieser Herausforderung zu stellen. Nach zweistündiger Busfahrt kamen wir aber zunächst auf einem staubigen Parkplatz an, von dem aus wir die Homburger Schlossberghöhlen besucht haben. Hier hinterließ der weiche, feine Sand am Boden einen bleibenden Eindruck in unseren Köpfen – und in einigen Augen. Wieder zurück im Bus, setzten wir unsere Anreise fort und kamen eine Stunde später in der Jugendherberge in Tholey (Saarland) an. Wir hatten gerade genug Zeit, unsere Zimmer einzurichten, dann trafen wir uns auch schon, um den verbleibenden Kilometer zum Gipfel des Schaumbergs aufzusteigen, an dessen Hang sich unsere Herberge befand. Das war für viele eine ordentliche Herausforderung, daher war es besonders schade, dass der Aussichtsturm dort Eintritt kostete. Eine Entschädigung bot die kostenfreie Aussichtsplattform, die an einer Seite über den Berghang hinausragte. Nach dem langen Anreisetag waren viele hungrig, und so kam es, dass beim Abendessen fast alle Teller restlos geleert wurden. Nach einem gemeinsamen Filmabend fielen wir müde in die Betten.
Der Dienstag wurde vor allem durch einen Mann geprägt: Frank Friedrich, den örtlichen Ranger. Er hatte von Anfang an einen guten Draht zu uns, führte uns in den Wald auf dem Schaumberg und lehrte uns zunächst, Tierfährten nicht nur zu erkennen, sondern auch zu deuten. Dabei lernten wir auch die richtige Technik, um Brennnesseln zu pflücken und zu essen, auch wenn die Anwendung dieser Technik nicht bei allen schmerzfrei klappte. Der Höhepunkt des Tages war für die meisten von uns, dass uns Frank auch an die Gräben der kaum noch vorhandenen, mittelalterlichen Schaumburg führte, wo wir die steilen Hänge herunterrutschen konnten. Dabei kamen die Abenteuerlustigen durchaus auf kreative Ideen, während andere von uns lernten, Notunterkünfte mit den Materialien aus dem Wald zu errichten und Mineralien zu finden. Nach dem Mittagessen rundeten Franks Teamspiele den Dienstag ab. An diesem wie am nächsten Abend durften wir etwas länger wach bleiben, um gemeinsam die beiden WM-Halbfinals zu sehen – bekanntermaßen ja leider ohne deutsche Beteiligung.
Wie der zweite startete auch der dritte Tag morgens nach dem Frühstück vor dem Landheim. Erneut standen Spiele auf dem Programm, um unseren ohnehin schon guten Zusammenhalt und unseren Teamgeist zu stärken. Die Spiele, die Ralph, unser Programmführer, vorstellte, fanden die meisten von uns unterhaltsam, aber in der Hitze auch anstrengend. Zum Abschluss des Vormittags konnten wir uns ein eigenes Amulett als Andenken basteln. Nach dem Mittagessen zeigte uns Ralph einen steil abfallenden Pfad im Wald und wir erhielten den Auftrag, diesen gemeinsam in eine etwa dreißig Meter lange Murmelbahn zu verwandeln, indem wir fast ausschließlich Materialien aus der Umgebung nutzen, um Vorgaben wie Rechts- und Linkskurve, Brücke und Tunnel zu erfüllen. Wir waren fast ganz auf uns allein gestellt, aber genau das führte schließlich dazu, dass wir mehr denn je miteinander arbeiteten, nachdachten, gemeinsam lachten, uns aber auch zusammen über Fehlversuche ärgerten.
Am Donnerstagmorgen begaben wir uns nach dem Frühstück auf die Bogenschießanlage, die sich unmittelbar hinter der Jugendherberge befand. Dort teilten uns Fachleute in drei Gruppen ein und brachten uns zunächst die Kunst des Bogenschießens bei, die wir dann auf einem Rundweg im Wald immer wieder ausprobieren konnten. Dazu waren im Wald an etlichen Stationen verschiedene Ziele aufgestellt, die wir anvisieren konnten. Besonders motivierend war es natürlich, den Ballon zu treffen, der an jeder der Stationen aufgehängt wurde. Wir waren alle begeistert, dass wir das versuchen und uns auch verbessern konnten, am Ende aber auch erschöpft, als wir uns zum Mittagessen in der Jugendherberge einfanden. Anschließend gewährte man uns – wie auch an allen anderen Tagen – ausgiebig Freizeit, die wir selbst gestalteten. Für viele von uns war es genau diese Zeit, die uns lehrte, wie man sich mit anderen beschäftigt, auch aus den mitgereisten Klassen. Einige von uns verbrachten fast jede freie Minute auf dem zumindest teilweise schattigen Bolzplatz, andere entspannten bei Kartenspielen oder auf dem Spielplatz der Jugendherberge. Um 16 Uhr besuchten wir schließlich den benachbarten Wasserspielplatz und beendeten den letzten gemeinsamen Abend, indem wir am Lagerfeuer Stockbrot rösteten.
Vor der Abfahrt am letzten Morgen mussten wir früh aufstehen, unsere Koffer hatten wir schon am Abend zuvor gepackt. Alle waren schläfrig, aber viele von uns auch froh, bald nach Hause fahren zu dürfen. In der Jugendherberge, die uns die Woche über mit drei Mahlzeiten am Tag versorgte, erlaubte man uns, Lunchpakete für die Rückfahrt einzupacken. Natürlich machten wir in unterschiedlicher Weise davon Gebrauch, so wie uns das Essen in den vergangenen Tagen auch unterschiedlich gut oder schlecht geschmeckt hat – auf jeden Fall war es abwechslungsreich und auch immer reichlich gewesen. Unsere Rückfahrt war ruhiger als die Anreise, das Regenwetter fanden viele von uns nach Tagen der Trockenheit und Hitze angenehm. Um 11.45 Uhr waren wir zurück am CopGym, wo wir freudig von unseren Eltern begrüßt wurden.
Vielen Dank an alle Lehrerinnen und Lehrer, die uns diese Klassenfahrt, an die wir gerne zurückdenken, ermöglicht haben.










