Tsunamis sind riesige Flutwellen, die an Küsten verheerende Schäden verursachen!
Was hat das mit Erdbeben zu tun? - EntstehungEine der Hauptursachen, warum Tsunamis auftreten, sind vor allem Seebeben. Natürlich können sie auch durch untermeerische Vulkanausbrüche oder sonstige grössere Störungen, wie zum Beispiel das Brechen eines Eisberges, hervorgerufen werden.
Die Energie, die dabei freigesetzt wird, breitet sich wellenförmig mit bis zu 800 km/h im Medium Wasser aus. Auf dem offenen Meer hat diese Energie genügend Raum, da die Meerestiefe mehrere Kilometer beträgt. An der Wasseroberfläche ist die „Welle“ mit ihren ca. 30 Zentimetern Höhe kaum von anderen zu unterscheiden.
Wenn die Welle nun auf einen Kontinentalsockel oder eine Insel trifft, beträgt die Meerestiefe nur noch ein paar hundert Meter. Unsere „Welle“, die vorher genügend Raum hatte, wird nun in ihrer Höhe rapide eingeengt. Die Energie weicht nach oben aus und nimmt das Wasser mit. Es entstehen riesige Flutwellen von bis zu 30 Metern Höhe.
Das erste Anzeichen für einen Tsunami ist das extreme Absinken des Meeresspiegels bedingt durch das Wellental, das der Welle vorausläuft. Danach können mehrere Riesenwellen in Minutenabständen folgen. Ein Tsunami kann dadurch über eine Stunde dauern.
SchutzVor allem auf Hawaii und in Japan, die von Tsunamis am häufigsten betroffen sind, gibt es einige Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung vor Tsunamis.
In Pearl Habor steht das Pacific Tsunami Warning Center. Hier gehen vor allem Seebebendaten aus dem gesamten Pazifischen Raum ein. Anhand dieser Daten wird entschieden, ob das Beben einen Tsunami ausgelöst haben könnte und gegebenenfalls eine Tsunami Warnung ausgegeben.
Dann starten auf ganz Hawaii Alarmsirenen und im Fernsehen und über Radio läuft ununterbrochen eine Warnung. Sogar eine Flugzeugstaffel ist im Einsatz. Diese warnt mit Hilfe von Lautsprechern die Bevölkerung. Jedoch müssen die Wissenschaftler, die die Warnung ausgeben, vorher alles überprüfen. Ein Fehlalarm kostet 30 Mio. $ und es gab schon öfters einen falschen Alarm. Alle Bewohner zogen sich in höhergelegene Gebiete zurück doch die Welle blieb aus.
Auch die Bauweise von großen Gebäuden hat sich verändert. Hotels werden so gebaut, dass die Wassermassen einer Tsunamiwelle durch das Gebäude fließen können, die Infrastruktur aber nicht beschädigt wird.
Geplant ist mittlerweile eine Bojenkette auf dem offenen Meer, die Tsunamis mit ihren Sensoren erkennen kann.
In Japan gibt es mittlerweile auch eine Computerüberwachung, die mit dem Center in Hawaii zusammenarbeitet. Dies ist der Hauptschutz. Einzelne Städte haben noch eigene Schutzvorrichtungen, wie eine Fischerstadt die sich mit drei Stahldämmen geschützt hat.
Wie oben genannt gibt es noch andere Auslöser für Tsunamis. Forscher haben auf Hawaii eine Verwerfungslinie entdeckt, an der später einmal die Insel auseinanderbrechen wird. Beim Auseinanderbrechen gäbe es eine riesige Landmassenverlagerung ins Meer. Diese könnte einen Tsunami mit einer Wellenhöhe von bis zu 300 Metern verursachen.
Ein weitere Auslöser kann ein Eisberg sein, der beim Schmelzvorgang auseinanderbricht. Dies ist in Grönland in einem Fjord geschehen. Da Fjorde normalerweise recht tief sind, konnte man die Welle im Fjord nicht einschätzen. Am Ufer gab es dann plötzlich riesige Wellen, die einen Teil der Hafenanlage und viele Schiffe zerstörte.
Es kommt auch auf die Landmasse an, auf die ein Tsunami trifft.
Bobby Island in Indonesien ist eine runde Insel. Durch diese Eigenschaft teilte sich der Tsunami um die Insel zu umschließen. An der Rüchseite prallten die beiden Wellenteile wieder aufeinander, was zur Folge hatte, dass auf der tsunamiabgewandten Seite der Insel die Wellen durch den Zusammenprall viel höher waren. Leider dachten die Bewohner damals noch, sie wären gerade auf dieser Seite der Insel geschützter. Die Schäden waren verheerend.
Gefährlich kann es auch in Buchten werden. Das Wasser hat keine Ausweichmöglichkeiten. Die Bucht wirkt wie ein Auffangbecken. Dadurch steigt das Wasser in Buchten viel höher als an glatten Küsten.
Noch einige Tsunamidaten:Sven Meisinger