Das Philippsburger Modell

Wir bereiten die Kinder von heute auf die Welt von morgen vor

Die Entwicklung und Stärkung der Schülerpersönlichkeit sehen wir als den Mittelpunkt unseres Handelns an. Dies mündet in eine Schulkultur, die gesellschaftliche wie kulturelle Werte erlebbar macht und die Freude schafft sowie eine Identifizierung mit dem Copernicus-Gymnasium ermöglicht. Nach acht Jahren Lernen und Teilhaben an unserer Schulgemeinschaft haben sich unsere Schülerinnen und Schüler zu jungen Erwachsenen mit einer starken Persönlichkeit entwickelt.

Unsere Ziele und Wertvorstellungen:

Positiver Umgang mit Rückschlägen 
Eigenverantwortliches Handeln
Selbstständigkeit

Kennen der eigenen Stärken

Teamfähigkeit
Kommunikationsfähigkeit

Zielklarheit
Motivation

Reflexionsvermögen
Selbstvertrauen

Das Philippsburger Modell – der Weg zu unseren Zielen:

ISA

Die Zeiten von Einzelkämpfern und Universalgelehrten sowohl in der Schule wie auch im Berufsleben sind vorbei.

Dank des Internets sind Informationen zu jeder Zeit abrufbar. Professoren und Unternehmer beklagen, dass Abiturienten zwar fachlich gut ausgebildet seien, es ihnen an wichtigen Fähigkeiten wie sozialer Kompetenz, Selbsteinschätzung oder Handlungskompetenz mangele. Lernen und Arbeiten in einer modernen Gesellschaft ist von Erfolg gekrönt, wenn wir zusammenarbeiten. Dazu müssen wir unsere eigenen Stärken herausarbeiten und stetig verbessern. Lebenslanges Lernen ist nötig. Wissen muss strukturiert aufgenommen und selbst verarbeitet werden.

Selbstbeobachtung, Selbstreflexion und die Entwicklung einer Lernkultur sind eigenständige, von jedem Lernenden selbst zu leistende Prozesse. Dafür gibt es kein Zeugnis. Wir können diesen Erfolg nicht in einer Liste abhaken, wenn wir merken, dass wir uns positiv entwickelt haben. Wichtig ist es zu wissen, von wo wir gestartet sind und wohin wir wollen. Eine positive Einstellung und Selbstvertrauen sind die Grundlage. Fehler gehören zu einem Lernprozess dazu. Sie sind Erfahrungen, an denen und mit denen wir wachsen.

Während unserer ISA-Stunden (individuelles und selbstständiges Arbeiten) erarbeitet sich der Lernende Unterrichtsinhalte beziehungsweise Arbeitsaufträge, die der Lehrer in den Lernplänen ausweist. Diese Aufträge können und sollen über reine Wiederholung oder Übung hinausgehen, damit der einzelne Lernende in seiner Selbstständigkeit gefördert und gefordert wird. Bei Problemen kann sich der Lernende bei seinen Lehrern, in Büchern und bei Mitschülern Hilfe suchen und somit neben inhaltsbezogenen Kompetenzen auch prozessbezogene Kompetenzen erlernen. Das Wie rückt mehr als früher in den Vordergrund.

Mit Ausnahme der Fächer Sport und Bildende Kunst (in der Klassenstufe 5) trägt jedes Fach zur ISA-Zeit bei.  Es gelten die gleichen Regeln wie im klassischen Unterricht.

ISA

ISA

Kleine Erledigungen, wie „Ich muss noch schnell meine Unterlagen bei Hr. XYZ ins Fach legen lassen“ werden in der Regel nicht genehmigt. Die Schülerinnen und Schüler sollen das Planen und Organisieren lernen und für derlei die Pausen nutzen. Die Schüler erhalten mit dem Stundenplan eine Übersicht über verfügbare Lehrer und Räume während der ISA-Stunden. Basierend darauf kann sich der Lernende aussuchen, zu welchem Lehrer bzw. in welchen Raum er geht. Diesen Raum sucht er zu Beginn der ISA-Stunde auf. Sollte er überfüllt sein, wird er auf Alternativen verwiesen. Spätestens Innerhalb der ersten 5 Minuten muss der Lernende einen Arbeitsplatz eingenommen haben. Die Lerngröße pro Raum sollte etwa Klassengröße haben.

Die ISA-Stunden sind nicht dazu gedacht, Hausaufgaben, sondern die ISA-Aufträge zu erledigen. Hausaufgaben bleiben wie bisher Teil der Arbeit zu Hause. Besondere Ausnahmefälle können mit dem Klassenlehrer abgesprochen werden.

Die benötigten Materialien werden in den Lernplänen vom Fachlehrer ausgewiesen – i. d. R. sind dies Buch und Heft, wie es auch im klassischen Unterricht verwendet wird. Materialien darüber hinaus werden entweder vom Lehrer gestellt oder sind beispielsweise in der Bibliothek zu finden. Wenn die Planung für die Lernwoche erfolgt, kann der Materialeinsatz direkt mitgeplant werden.

Die Inhalte der ISA-Stunden werden zum einen für das Weiterkommen im Unterricht benötigt, sodass im Laufe des Unterrichtsverlaufs/-gesprächs deutlich wird, ob die Arbeitsaufträge erfüllt werden. Zum anderen werden die ISA-Aufträge wie andere Unterrichtsinhalte in den Klassenarbeiten mit abgeprüft. Der Arbeitsplaner dient dem Lernenden zur Dokumentation und Planung seines Lernens und seiner Arbeit, mit dem Ziel diese stetig zu verbessern. Darüber hinaus dient der Planer als Diagnoseinstrument, als Hausaufgabenheft, als Terminplaner und als Kommunikationsmittel.

„Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.“ (Michel de Montaigne).

Unsere SchĂĽlerinnen und SchĂĽler kennen ihre Lernziele. Sie wissen, was sie lernen. Das Ziel darf eine Herausforderung sein. Beim Erreichen dieser Herausforderung sind unsere Lernenden zufrieden, zuversichtlich und sehr stolz. So sind sie motiviert fĂĽr neue Aufgaben.

Wir möchten in Zusammenarbeit mit den Eltern, den Lern- und Arbeitsprozess der Schüler so transparent und erfolgreich wie möglich gestalten. Daher sollen Sie als Eltern sich regelmäßig im Arbeitsplaner und in den Lernplänen über die Arbeit Ihres Kindes informieren. Bitte zeichnen Sie an den dafür vorgesehenen Stellen auf den Seiten ab. Die Kommunikation über Lernpläne und Arbeitsplaner schafft eine größtmögliche Transparenz. Die Eltern sind stets über die Entwicklungen Ihres Kindes informiert. Dank der Lernpläne sind sie wie unsere Schülerinnen und Schüler frühzeitig über Klassenarbeitstermine informiert.

Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten stets Rückmeldungen in den ISA-Stunden durch Mitschüler und Lehrer. So reifen sie an ihren Aufgaben heran, entwickeln und vertiefen ihre Persönlichkeit. In den ISA-Stunden kann sich ein Lernender mit seinen Mitlernenden vergleichen, ohne in Notenkategorien denken zu müssen.

Grundsätzlich ist die Klassenlehrerstunde eine geschlossene ISA-Stunde, sie findet im Klassenverband beim Klassenlehrer statt (montags 5.Stunde). In dieser Stunde wird die nächste Lernwoche mit Hilfe der Lernpläne inhaltlich vorgeplant und die Planung im Arbeitsplaner dokumentiert. Es ist wichtig, dass dabei alle Fächer ausreichend berücksichtigt werden, auch wenn der Schüler Schwerpunkte setzen kann und soll. Für den Klassenlehrer besteht in der Klassenlehrerstunde die Möglichkeit, Gespräche mit einzelnen Schülern über ihre Leistungen, Planungen und Ziele zu führen. Die Gesprächsergebnisse werden im Arbeitsplaner festgehalten. Der Klassenlehrer kontrolliert auch die Einträge im Arbeitsplaner sowie die Vollständigkeit der Unterschriften.

Zeit wird in unserer Gesellschaft knapp. Immer mehr gilt es in kürzerer Zeit zu erledigen. Die Anforderungen steigen. Dies gilt nicht nur in der Schule und Arbeitswelt, sondern auch in unserem Privatleben. Ohne eine vernünftige Zeiteinteilung ist ein erfolgreiches Lernen und Leben nicht möglich. In den ISA-Stunden lernen unsere Schülerinnen und Schüler zu planen, Prioritäten zu setzen und effektiv zu arbeiten. Bei Problemen suchen sich die Lernenden gezielt Hilfe: Klassenkameraden, Mitschüler aus anderen Jahrgängen und Lehrer stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Zeitmanagement ist ein wichtiger Lernprozess in unserer modernen Gesellschaft.

Am Ende jeder Lernphase steht eine Selbstreflexion. So werden Erfolge sichtbar. Der Lernende erkennt, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet (konstruktiver Rückblick). Die Selbstreflexion erlaubt ebenso ein Arbeiten an Defiziten. Der Lernende stellt sich Fragen wie „Was muss ich in Angriff nehmen, um voran zu kommen?“ oder „Arbeite ich in den ISA-Stunden konzentriert?“ Bei Problemen kann jederzeit der Klassenlehrer oder Fachlehrer eingreifen und die Freiheit in den ISA-Stunden beschränken. Dies bedeutet, dass der Lernende nicht selbst entscheiden darf, wie er seine Arbeitsphasen gestaltet.

Jeder Lernende kann jederzeit während der ISA-Stunden ein Beratungsgespräch mit der anwesenden Lehrkraft führen. Auch dies sollte allerdings geplant werden und am besten vorher mit der Lehrkraft abgesprochen bzw. vereinbart werden. Die Lehrer stehen insbesondere in den ISA-Stunden als Lernbegleiter zur Verfügung. Ziel der ISA-Stunden ist aber auch, dass Ihr Kind mit Mitschülern und/oder älteren Schülern kommuniziert und sich dort Hilfe holt.

In jeder Unterrichtsform kann es vorkommen, dass ein Kind nicht mitkommt. Es muss deshalb lernen, die eigenen Schwierigkeiten zu erkennen, daran zu arbeiten und dies auch den Lehrern mitzuteilen. Gerade in den ISA-Stunden kann Ihr Kind losgelöst vom Klassenverband, den Lehrer seiner Wahl ansprechen und um Hilfe bitten beziehungsweise Probleme persönlich besprechen.

Wichtig für den Lernerfolg ist neben der Begabung die Motivation des Lernenden. Der Lernende muss die Lernziele kennen und den sich daraus ergebenden Nutzen. Der Erhalt guter Noten ist nur kurzfristig ein Motivator. Das dadurch Gelernte ist schnell wieder vergessen. In den ISA-Stunden können die Lernenden die Lernformen und Lerngruppen wählen, die ihnen angenehm sind. Sie bestimmen, wann sie sich mit welchen Themen auseinandersetzen möchten. Lernen in selbst gewählten Lerngruppen hat viele Vorteile. Die Lernenden helfen sich gegenseitig, fragen sich ab und motivieren sich gegenseitig. Ganz nebenbei werden kommunikative Fertigkeiten eingeübt.

Das Lernen nach dem Philippsburger Modell bereitet unsere Schülerinnen und Schüler bereits heute auf die Arbeits- und Lebenswelt von Morgen vor, ohne dabei die bewährten Methoden und Erfahrungen des bisherigen Unterrichts außer Acht zu lassen, die ¾ des Schulalltags ausmachen.

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