Die SMV – vor 36 Jahren… und heute Reviewed by Momizat on . Das Copernicus-Gymnasium ist seit jeher stolz auf seine SMV, die den Namen Sch├╝lermitverantwortung nicht nur zurecht tr├Ągt, sondern - g├Ąbe es den Begriff nicht Das Copernicus-Gymnasium ist seit jeher stolz auf seine SMV, die den Namen Sch├╝lermitverantwortung nicht nur zurecht tr├Ągt, sondern - g├Ąbe es den Begriff nicht Rating: 0

Die SMV – vor 36 Jahren… und heute

Das Copernicus-Gymnasium ist seit jeher stolz auf seine SMV, die den Namen Sch├╝lermitverantwortung nicht nur zurecht tr├Ągt, sondern – g├Ąbe es den Begriff nicht – diesen durch ihr Handeln in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wohl selbst geschaffen h├Ątte. An dieser Stelle einfach mal: Vielen Dank!

An die vielen Helferinnen und Helfer der SMV, an die Patinnen und Paten, an die Klassensprecherinnen und Klassensprecher, an die Referentinnen und Referenten, an die Sch├╝lersprecherinnen und Sch├╝lersprecher, an die Verbindungslehrerinnen und Verbindungslehrer. Merci!

Als erste gro├če Aktion in diesem Schuljahr wird am 15.11.2013 die traditionelle Lesenacht der F├╝nftkl├Ąssler stattfinden. Hier lesen wir uns schon seit Jahrzehnten vor. Nun passt es in diesem Jahr sogar zum bundesweiten Vorlesetag.

Um an die lange Geschichte zu erinnern, ver├Âffentlichen wir einen Text aus aus der Festschrift zur Namensgebung (1980), in dem auf die Anf├Ąnge der SMV geblickt wird. Verfasst wurde jener von Uli Baader (damals┬áChefredakteur der Sch├╝lerzeitung PRISMA und damit auch Referent in der SMV).┬áDie Fotos wurden aus dem privaten Fundus von Herrn Dr. Link beigesteuert.

Bei einer Durchsicht fallen zwei Dinge auf: die SMV war und ist ├Ąu├čerst aktiv. Ihre Aktivit├Ąten m├Âgen sich ├Ąndern, die Ziele bleiben sich gleich und bilden eine Konstante in all den Jahrzehnten. Ein Tischtennisturnier gab es, nun wird seit einigen Jahren ein Mitternachts-Volleyballturnier ausgetragen. Einen Weihnachtsbasar gab es, dann verschwand jener und erstand 2008 neu. Wurde damals f├╝r Nicaragua gespendet, engagieren wir uns heute f├╝r ein Waisenhaus in Bagamoyo/Tansania.

Bemerkenswert ist das politische Verst├Ąndnis, welches die SMV Ende der 70er durchwehte.

Aber lesen Sie selbst… (ki/die Rechtschreibung des Jahres 1980 wurde beibehalten)

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Die SMV am Copernicus-Gymnasium – eine Bestandsaufnahme

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F├╝r die SMV des Gymnasiums Philippsburg begann mit dem SMV-Seminar 1977 auf Burg Liebenzell eine neue Periode ihrer schulischen Arbeit. In diesem Seminar, das in Baden-W├╝rttemberg eine Pilotfunktion einnahm, da es das erste Seminar dieser Art war, trafen sich die Verantwortlichen der Sch├╝lermitverantwortung – das sind die Klassensprecher, Sch├╝lersprecher und deren Referenten -, um sich ├╝ber Art und Inhalt ihrer Arbeit an der Schule zu informieren und ihre Probleme bei ihrem Amt zu diskutieren. So wurde die Burg Liebenzell Geburtsst├Ątte vieler Initiativen, die sich zu einem festen Bestandteil des Gymnasiums Philippsburg entwickelt haben.

Der Weihnachtsbazar der Unterstufe zum Beispiel, der regelm├Ą├čig im Dezember stattfindet, stammt aus dem Liebenzeller Aktionsplan. Dieser Bazar wird unter einem Motto abgehalten und ein Teil des Reinerl├Âses dient caritativen Zwecken. (Der Weihnachtsbazar 1979 stand unter dem Motto ÔÇ×Hilfe f├╝r die 3. Welt“, die SMV des Gymnasiums unterst├╝tzte dabei den Bau eines Krankenhauses in Nicaragua mit 1000 DM.)

Ebenso waren die in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden wiederkehrenden Musik-Sessions eine Idee der Seminarteilnehmer. In diesen Sessions – seit 1977 nahezu ein dutzendmal veranstaltet – spielen Sch├╝ler und Lehrer des Gymnasiums f├╝r Sch├╝ler und Lehrer des Gymnasiums, eine Veranstaltung, die sich vor allem wegen ihres famili├Ąren Charakters gro├čer Beliebtheit erfreut.

Die Aktivit├Ąt der Sportreferenten, die sich in einer Reihe von Turnieren und Wettk├Ąmpfen ausdr├╝ckt, begr├╝ndet sich aus der Liebenzeller Initiative. So gelingt es den Referenten vor allem durch das allj├Ąhrliche Tischtennisturnier, aber auch durch die j├╝ngst ins Leben gerufenen Schachturniere, Schwimmwettk├Ąmpfe, und Basketballturniere, ihre organisatorischen F├Ąhigkeiten unter Beweis zu stellen.

Weitaus gr├Â├čere Aktionen besch├Ąftigten die SMV im zweiten Halbjahr des Schuljahres 78/79. Mit dem Rockfestival in der Huttenheimer Bruhrainhalle und der ÔÇ×Bauernoper“ der Badischen Landesb├╝hne in der Philippsburger Festhalle konnte die Sch├╝lermitverwaltung den Bewohnern des Umkreises zwei gelungene Veranstaltungen pr├Ąsentieren. Obwohl bei beiden Veranstaltungen die SMV als alleiniger Veranstalter das volle Risiko tragen mu├čte, lief sowohl das Rockfestival, als auch die Auff├╝hrung der Bad. Landesb├╝hne reibungslos ab und Zuschauer und G├Ąste konnten den Verantwortlichen der Philippsburger SMV gro├čes Lob f├╝r diese Leistung zollen.

In dasselbe Halbjahr f├Ąllt die ÔÇ×Wiedergeburt“ der Sch├╝lerzeitung Prisma. Nach fast zweij├Ąhriger Pause, in der Prisma nicht erschienen war, hatte sich die SMV der Sch├╝lerzeitung angenommen. Der stellvertretende Sch├╝lersprecher Bernd Amann erkl├Ąrte sich bereit, Prisma wieder ins Leben zu rufen. Innerhalb dieses einen Jahres konnten f├╝nf Ausgaben von Prisma erscheinen.

Auf den Nachfolgeseminaren auf dem Dilsberg (1978) und in Rotenberg (1979) beschlossen die SMV-Vertreter die SMV-Verfassung zu ├╝berarbeiten. So wurde die alte Verfassung grunds├Ątzlich verbessert und auf den neuesten Stand gebracht. Wichtigste Ergebnisse dieser ├ťberarbeitung sind die Einbeziehung der Sch├╝lerzeitung in die Verfassung (1) und eine ÔÇ×Entr├╝mpelung“ des Referentenstabes (2). Die Referate wurden von 7 auf 3, die Zahl der Referenten von nahezu 25 auf 6 gek├╝rzt. Damit wird die Arbeit des Referentenstabes wesentlich effektiver und verliert sich weniger in Kompetenzstreitigkeiten.

Wichtigstes Ergebnis aller Seminare war jedoch die Feststellung, da├č die Hauptaufgabe der SMV weniger in der Organisation von Veranstaltungen, als vielmehr in der Auseinandersetzung mit den gro├čen und kleinen Problemen des Schulalltags liegt. Da die SMV die Vertretung der Sch├╝ler ist, ist es ihre dringendste Aufgabe, die Interessen der Sch├╝ler zu wahren und sowohl f├╝r den einzelnen als auch f├╝r gr├Â├čere Gruppen innerhalb der Sch├╝lerschaft eine echte Anlaufstelle f├╝r deren Probleme zu sein. Da├č gerade in diesem Punkt die SMV sich oft in die Konfrontation mit den Lehrern oder der Direktion begibt, ist insofern verst├Ąndlich, da das Verh├Ąltnis Sch├╝ler/Lehrer oder Sch├╝ler/Verwaltung durch eine Vielzahl verschiedenster Interessen charakterisiert ist. Diese Verschiedenheit der Interessen f├╝hrt zu Reibungspunkten, zur Auseinandersetzung aller Parteien. Diese Auseinandersetzung aber ist – vorausgesetzt, da├č sie auf dem sachlichen Dialog und nicht auf Polemik beruht – richtig und wichtig f├╝r das Leben in der Schule. Versuche, diese st├Ąndige Diskussion um Standpunkte, um Ziele als falsch oder gef├Ąhrlich abzutun bedeuten eine Gefahr f├╝r den Demokratisierungsprozess an unserer Schule. Eine Schule, an der dieser Prozess der intensiven Auseinandersetzungen zum Stillstand gekommen ist oder unterdr├╝ckt wird, verfehlt ihre wichtigste Aufgabe: die Erziehung des Sch├╝lers zum m├╝ndigen, seiner Pflichten und Rechte bewu├čten Staatsb├╝rger. Immer wieder mu├č der Sch├╝ler zur Mitarbeit an schulischen Problemen angespornt werden, seine Mitarbeit mu├č bewahrt und gef├Ârdert werden.

Hierzu z├Ąhlt vor allem die Mitarbeit der SMV an der Verwaltung der Schule, denn so kann die SMV als ÔÇĘechte Sch├╝lermitverantwortung Verantwortung mit tragen. Da├č hierzu ein gro├čes Vertrauen und Bereitschaft zum Dialog auf beiden Seiten n├Âtig ist, ist unbestreitbar. Vertrauen und Dialog bilden jedoch die wichtigste Basis f├╝r die schulische Zusammenarbeit, die nicht nur zum Funktionieren des Schulalltags, sondern auch und vor allem zu dem Bewu├čtsein der Sch├╝ler f├╝hrt, akzeptiert zu werden als wesentlicher Bestandteil der Schule und nicht nur als Objekt, dem man mit mehr oder weniger einschlagendem Erfolg versucht, Schuljahr um Schuljahr Wissen einzutr├Ąufeln.

Anmerkungen:

(1) Die SMV ist f├╝r das regelm├Ą├čige Erscheinen der Sch├╝lerzeitung verantwortlich, der verantwortliche Redakteur f├╝r deren Inhalt. Der verantwortliche Redakteur ist gleichzeitig Mitglied des Referentenstabes.

(2) Referenten sind Sch├╝ler, die, im Entscheidungsgremium der SMV gew├Ąhlt, den Sch├╝lersprecher in bestimmten Aufgaben entlasten sollen. Zur Zeit existieren in der Organisation der Philippsburger SMV drei Referate: Information, Sport, Prisma. Dem Referentenstab geh├Âren die Referenten, der Sch├╝lersprecher, dessen Vertreter und die beiden Vertrauenslehrer an. (Uli Baader)

 

Uli Baader: „Die SMV am Copernicus-Gymnasium – eine Bestandsaufnahme“, in: „Festschrift zur Namensgebung, 1965-1980“, hrsg. von Copernicus-Gymnasium Philippsburg, Philippsburg 1980, S. 89f.

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