Kreatives Schreiben in Klasse 7c Reviewed by Momizat on . „Je älter man wird, desto weniger macht der Deutschunterricht Spaß.“ Vor allem Schüler und Schülerinnen, die ältere Geschwister haben, lassen sich von solchen A „Je älter man wird, desto weniger macht der Deutschunterricht Spaß.“ Vor allem Schüler und Schülerinnen, die ältere Geschwister haben, lassen sich von solchen A Rating: 0

Kreatives Schreiben in Klasse 7c

„Je älter man wird, desto weniger macht der Deutschunterricht Spaß.“ Vor allem Schüler und Schülerinnen, die ältere Geschwister haben, lassen sich von solchen Aussagen gerne verunsichern. Dass Deutschunterricht aber weit mehr sein kann als „gelbe Heftchen lesen“, stellte vor Weihnachten die Klasse 7c unter Beweis, als sie sich einige Stunden dem kreativen Schreiben widmete.

Eine Aufgabe war es hierbei, sich unter mehreren „Bilderpärchen“, die Frau Borchert zuvor im Raum ausgehängt hatte, eines auszuwählen und dazu ohne weitere Vorgaben eine Geschichte zu schreiben. Das Schwierige an der Sache war allerdings, dass Frau Borchert jeweils völlig zufällig zwei Bilder ausgewählt hatte, sodass diese überhaupt nichts miteinander zu tun hatten: Ein Wal und ein Friedhof? Hier musste man sich also erst einmal überlegen, wie man das in eine Geschichte packen könnte.

Und als die Geschichten schließlich fertig waren, wurde es nicht einfacher. Die Schüler mussten sich auf eine Zahl zwischen 150 und 250 einigen, diese stellte dann die Anzahl der Wörter dar, auf die die eigene Geschichte gekürzt werden musste.

Der letzte Schritt der Aufgabe bestand darin, sich 18 Wörter aus der Geschichte auszusuchen (auch diese Zahl hatten die Schüler selbst gewählt), diese auf Papierschnipsel zu schreiben und sie so lange hin- und herzuschieben und zu ordnen, bis sie ein Gedicht ergeben würden.
Liebe 7c,

auch wenn ihr in dieser Zeit viel schreiben musstet und die Köpfe rauchten, habt ihr doch immer viele tolle Ideen gehabt und euch auch mal durchgebissen, wenn es nicht so lief, wie ihr es wolltet. Dabei sind Ergebnisse herausgekommen, die alle unsere Erwartungen übertroffen haben.

Seid stolz auf euch – ich bin es!

 

Hier wollen wir jetzt eine Originalgeschichte sowie drei Gedichte (da mehr den Rahmen gesprengt hätte) präsentieren.

In London prasselte der Regen auf jeden kleinsten Flecken des Asphalts. Die Menschen waren alle in ihren Häusern, nur einige wenige bewegten sich in Autos fort. Die baldige Königin Elisabeth betrachtete den Thronsaal und schritt weiter zu den Kronjuwelen, die sie schon morgen zur Königin krönen würden. Plötzlich zuckte ein gigantischer Blitz zur Erde herab, es knallte fürchterlich, Elisabeth hörte das Zerspringen eines Fensters. Als sie wenige Sekunden später die Augen öffnete, die sie vor Schreck zusammengekniffen hatte, offenbarte sich ihr ein schrecklicher Anblick – sie schrie auf. Dieser markerschütternde Schrei ließ ihre Diener herbeieilen, die das kaputte Fenster und die zerschlagene Vitrine sahen, aber keine Kronjuwelen. Alle waren erschüttert, die Kronprinzessin wurde von den Dienern beruhigt und die eben eingetroffene Polizei machte sich an die Arbeit. Nach Stunden kamen sie mit einer blutverschmierten Scherbe und einer angebissenen Billigschokoladentafel zu Elisabeth. „Diese Schokolade gehört nicht Ihnen, oder?“, fragten die Beamten. „Aber nein, ich muss auf meine Linie achten“, erwiderte die Prinzessin. Die Polizisten verneigten sich vor der zukünftigen Königin und versprachen den Fall schnellstmöglich zu lösen. Als die Männer das Gebäude verließen, sahen sie vier schwarz gekleidete Gestalten, die hektisch Sachen in eine Tasche stopften und dann stumm um die nächste Ecke verschwanden. Doch zuvor hatte ein Beamter seine Kamera gezückt und ein Foto geschossen, und zwar genau in dem Moment, als ein Gesicht aus dem Kapuzenpulli gelugt hatte. Im Labor wurde herausgefunden, dass das Blut an der Scherbe das eines gewissen Leon Luchs war. Nach den Ermittlungen der Polizisten waren die Täter also Leon Luchs, der ein bisschen Blut verloren hatte, und Peter Pulle, der den unverkennbaren Biss eines Esels hatte. Die am Tatort gefundene Schokolade hatte diesen erstklassig wiedergegeben. Die dritte Person war noch unklar, jedoch wusste man aufgrund des Bildes, dass eine vierte Person Opfer der Diebe geworden war. Es handelte sich um eine junge, blonde, hübsche Frau, die seit gestern als vermisst galt und die auf dem Bild in der Gewalt der Täter zu sehen war. Offenbar war sie die Geisel der Täter. An den Grenzen des Landes, an Flughäfen, Bahnsteigen und Hauptstraßen waren die Beamten bereits vor einer möglichen Flucht des Trios gewarnt und besonders aktiv. Am Mittag jedoch drang die Nachricht zu Elisabeth, die Diebe seien samt Geisel nach Japan geflüchtet und würden jetzt dort von den Polizisten verfolgt. Sie durchstöberten ganze Städte, doch ohne Erfolg. Die Diebe galten schon beinahe als verschollen, als drei Wochen später immer noch keine Spur von ihnen zu finden war. Doch die Kriminalpolizei gab nicht auf, die Polizisten verkleideten sich als Touristen und verteilten sie in ganz Japan. Mit Erfolg, denn an einem Spätnachmittag bemerkten einige von ihnen einen Reishändler, der eine markante Zahnreihe hatte, die der eines Esels ähnelte, sowie einen ganz grausamen Akzent. Nach näherem Hinsehen wurde klar, dass die Frau daneben nicht nur schrecklich unglücklich schaute, sondern auch blonde Haare unter ihre schwarzen gemischt waren. Dazu war sie mit einem Strick wie ein Hund am Karren des Händlers festgebunden. Als der scheinbare Händler verschwand, kamen die Polizisten auf sie zu und zeigten ihr ihre Ausweise. Sofort blitzte ein Lächeln auf ihrem Gesicht auf und aus ihrem gebrochenen Japanisch wurde klares Englisch: „Es ist wahr, die Kronjuwelendiebe benutzen mich als Geisel, weil ich von ihrem Plan erfahren hatte, jetzt geben sie sich als Händler aus, um nicht aufzufallen“, erzählte sie, während sie sich losriss. Die Beamten flüchteten mir ihr gerade noch rechtzeitig und als Peter wieder auftauchte, fand er nur einen verlassenen Strick wieder. Auf der Wache erzählte die Frau auch, wo das Versteck der Kronjuwelen war. Die Beamten setzten eine Verkleidung auf und fuhren mit der Frau im Jeep zu einem Reisfeld. Als die Reifen von der Nässe des Feldes schon durchzudrehen begannen, stiegen sie aus und suchten Meter für Meter sorgsam ab, doch leider Fehlanzeige. Schließlich bemerkten sie die Gestalt am Horizont, die weit hinten auf einem Feld stand. Vorsichtig näherten sich die Polizisten. Es war ein Bauer, der versuchte, seine Ernte zu retten, jedoch vergebens. Er meinte, dass seit Wochen kein Körnchen Reis mehr gewachsen war, obwohl keine Schädlinge oder schlechtes Wetter der Grund sein könnten. „Die Juwelen!“, rief die Frau, doch keiner sah das Diadem. „Natürlich, die Juwelen werden mit Stoffen gereinigt, die schädlich für die Umwelt sind!“ Jetzt erst wurde den Beamten klar, was das bedeutete. Nach mehreren Stunden harter Arbeit brachten sie die Juwelen an die Oberfläche – sie glänzten mit der Sonne um die Wette. Die Polizisten waren stolz, doch plötzlich zückte der Bauer einen Revolver und rief: „Haha, ihr Dummköpfe, alles habt ihr mit abgekauft und sogar gesucht für mich – wie nett von euch, mein Boss wäre begeistert!“ Schnell verging ihm jedoch das Lachen und er musste sich ergeben, als plötzlich weitere bewaffnete Polizisten auftauchten und ihm umzingelten. Als wenig später auch seine Komplizen eintrafen und verhaftet wurden, war der Fall erledigt. Sie wurden nach Hause geflogen und bekamen eine gemütliche Zelle. Die Frau wurde zu ihrem Freund gebracht und dann fand eine verspätete Krönung statt. Aus Dankbarkeit bekamen die Kommissare je einen Juwelen und als Festmahl kam viel Reis auf den Tisch. Und dass die Juwelen hier und da noch ein bisschen Erde an sich hatten, störte niemanden.

 

Ein markerschĂĽtternder Schrei,
ein unverkennbarer Biss,
der schreckliche Akzent des Beamten,
die Billigschokoladentafel der Königin,
alles ist wahr!
Christine Sauerteig, 7c

Sie ist weit weg
mit diesen Gedanken.
Angst und Wut schreien mĂĽrrisch.
Das Kind ist glĂĽcklich,
aber ahnungslos.

Stefanie Seldenreich, 7c

Unbekanntes Geschehen
Scheinwerfer bewegen sie im grauen London,
Himmel schnallen sich an vor Aufregung,
frei von dunkler Ruhe.

Laura Beims, 7c


Fliehende Fische
Fische fliehen ins riesige Meer doch
sie ertrinken im Wasser
um wieder den Tag
zu sehen.

Marko Weidmann, 7c

 

 

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