Politische Tage in Bad Urach und wie Politik wirklich funktioniert Reviewed by Momizat on . Ende Januar 2019 machte sich der Neigungskurs Politik der KS1 für 2 Tage auf ins Haus auf der Alb, 2 Tage politische Bildung, zwar ohne den parteipolitisch vers Ende Januar 2019 machte sich der Neigungskurs Politik der KS1 für 2 Tage auf ins Haus auf der Alb, 2 Tage politische Bildung, zwar ohne den parteipolitisch vers Rating: 0

Politische Tage in Bad Urach und wie Politik wirklich funktioniert

Ende Januar 2019 machte sich der Neigungskurs Politik der KS1 für 2 Tage auf ins Haus auf der Alb, 2 Tage politische Bildung, zwar ohne den parteipolitisch versiertesten Mann, dafür mit 8 Mann/Frau hochqualifizierter und interessierter Verstärkung aus den zweistündigen Kursen. Nahezu alle Mitglieder der Reisegruppe waren pünktlich um 6:50 Uhr beim Treffpunkt am Hbf Karlsruhe; für manche eine recht garstige Zeit nach den Conference-Finals der NFL in der Nacht zuvor. Zwei Umstiege, einen Fußmarsch und drei Stunden später war die immer gut gelaunte Truppe im „Haus auf der Alb“, welches der Landeszentrale für politische Bildung gehört, bzw. von dieser betrieben wird, angekommen. Die Landeszentrale war nicht nur für die inhaltliche Ausgestaltung des Seminars verantwortlich, sondern gewährte auch einen entsprechenden Zuschuss, so dass politische Bildung bei Hotelstandard (Vollpension mit gutem Essen inklusive Kaffee und Kuchen sowie Einzel- und Doppelzimmer) gerade einmal 20€/PP (+ Fahrt) kostete. 

 

Am Montag lernten die Schüler den Gesetzgebungsprozess in Deutschland kennen, wobei der pure Ablauf des Gesetzgebungsverfahrens – jeder Neuntklässler kann diesen nach 1 oder 2 Unterrichtsstunden darstellen – gar nicht so sehr im Mittelpunkt stand. Vielmehr ging es darum, in die Rolle eines/einer Abgeordneten zu schlüpfen, mit persönlichem individuellen Hintergrund, persönlichen Präferenzen und parteipolitischen Zwängen. Eingeteilt in verschiedene Fraktionen, von denen mehrere für eine verfassungsändernde 2/3-Mehrheit zusammenarbeiten mussten, ging es darum, Bündnisse zu schmieden, Deals auszuhandeln, politische Erfolge zu feiern und festzustellen, dass „Opposition Mist ist“. Es wurden Konzepte vorgestellt, Reden auf großer Bühne gehalten und mühsame Ausschussarbeit in Juristendeutsch geleistet.

Nach der Arbeit – und dem Abendessen – gab es ein buntes Abendprogramm vom Bummel nach Downtown Bad Urach über Kegeln auf der Hausbahn, seltsame Selfies mit fremdem Gerät, Nutzung des Fitnessraumes und Tischtennis in der Bibliothek bis hin zum von Anja professionell moderierten Handballsieg der Deutschen gegen Kroatien („Ganz wichtig, Drux darf ab Minute 51 nicht mehr aufs Feld“).

Am nächsten Morgen wurde es nach einem reichhaltigen Frühstück zu humanen Zeiten noch einmal politisch (was ist Populismus, wie funktioniert er, welche gemeinsamen Merkmale haben populistische Parteien aus unterschiedlichen Ländern, etwa Fidesz aus Ungarn, Podemos aus Spanien, 5Stelle aus Italien und die deutsche AfD), dann Mittagessen und wieder der Fußmarsch zur Bahn. Umstiege in Metzingen, Stuttgart und Karlsruhe – 3 Züge hin, 3 Züge zurück, und alle waren pünktlich, beheizt, hatten funktionsfähige Toiletten, kann man, muss man fast, einmal erwähnen, ein Lob und eine Rakete für die Bahn. Und für Frau Borchert, die die Truppe dankenswerter Weise begleitet und unterstützt hat. (Ob)

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