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Besuch bei von Weizsäcker

Ernst Ulrich von Weizsäcker wünscht dem Copernicus-Gymnasium eine gute Bildung

Was müssen wir ändern, wenn wir bleiben wollen? Ernst Ulrich von Weizsäcker hatte Antworten. Unser Schulleiter Peter Müller folgte zusammen mit Thorsten Uhde einer Einladung der Stiftung Ernst-Bloch-Zentrum nach Ludwigshafen. Der Naturwissenschaftler Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker lud zum Nachdenken und Handeln für eine lohnenswerte Zukunft ein.

Warum sollten wir über unsere Zukunft nachdenken? Uns geht es in Europa gut. Noch möchte man fast sagen. 97% der lebenden Landmasse setzt sich aus Menschen und dessen Nutztieren zusammen. Nur 3% davon stellen Wildtiere. Wir leben seit ca. 50 Jahren in einer vollen Welt, wie es der amerikanische Ökonom Herman Daly ausdrückt. Die Grenzen des Wachstums sind erreicht. Boden, Wasser, Nahrung, Meer und reine Luft stehen nur noch bedingt zur Verfügung. Unser Planet ist begrenzt. Wie sollen wir in Zukunft mit dieser Tatsache umgehen? Ein Blick in die Vergangenheit ist wenig hilfreich. Unsere Vorstellungen und Modelle zur Welt wurden zu einer Zeit der leeren Welt entwickelt. Damals schien die Fülle der natürlichen Ressourcen auf diesem Planeten fast endlos.

Die Ideen und Vorstellungen der alten Philosophen und Forscher werden heute viel zu oft fehlinterpretiert. Der frühe Prophet der Märkte Adam Smith forderte den freien Markt, dachte jedoch eher an den vom Eigennutz unterschiedlicher Handwerker in England angetriebenen Austausch von Gütern als an den Freihandel zwischen Afrika und Europa. Markt und Gesetz bildeten eine Einheit und regulierten sich gegenseitig. Heute gilt der Markt weltweit (Globalisierung), die Gesetze beschränken sich auf einzelne Nationen. Charles Darwin gilt als Begründer der Evolutionstheorie und wird oft als Befürworter der Konkurrenz verstanden. Nach Darwin entstand die große Vielfalt auf den berühmten Galapagos-Inseln erst durch Fehlen der Konkurrenz auf den Inseln. Den damals ankommenden Finken standen alle Ressourcen zur Verfügung. Heute stehen die verschiedenen Darwin-Finken in Konkurrenz zueinander. Diese ist aber lokal begrenzt. Darwin kann also nicht als Befürworter eines globalen Handels angesehen werden.

Auf der Suche nach Lösungen für die großen anstehenden Fragen der Zukunft der Menschen nutzen wir ständig alte Denkmuster. Mehr Konsum bringt die Wirtschaft in Gang, spült Geld in die Kassen der westlichen Wirtschaft. So wird die volle Welt stets voller und wir verbrauchen Ressourcen, die uns nicht zustehen.  Ernst Ulrich von Weizsäcker fordert mehr Mut in unserer Gesellschaft. Mut zum freien Denken und Mut zur Allgemeinbildung. Eine berufliche Spezialisierung sollte möglichst spät erfolgen. Gerechtigkeit und Leistungsanreiz sollen sich nicht ausschließen, sondern ergänzen. Die Zukunft liegt im Gemeinwesen, nicht im Individualismus. Nach von Weizsäcker brauchen wir Mut für eine echte Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig unterstützt. Vertrauen und echte Kooperation sind der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft.

Wir am Copernicus-Gymnasium möchten diesen Weg in die Zukunft gehen. Die Schule gibt jedem einzelnen  Raum und Gelegenheit, sich zu einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen. Wir streben eine Balance zwischen Förderung und Forderung , zwischen Eigenständigkeit und Teamfähigkeit sowie zwischen Lernen und Lehren an. Wir ändern uns, damit wir eine gute Schule bleiben. (Thorsten Uhde)

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